Im Weinberg des Herrn – 500 Jahre Reformation (4)

fotokerze_cimg1380

Im Alltag herrscht immer noch die Meinung: „Nur die Leistung zählt!“ Ob wir das im Berufsleben geändert bekommen (mit Produktionsvorgaben, steifen Hierarchien und Machthunger), wird die Zukunft zeigen. Doch in unserem Alltag mit Freunden und Familie sollte es darum gehen, dass wir angenommen werden, wie wir sind, ohne Druck und ohne Erwartung.

Liebe ohne Gegenleistung, bejaht vor Gott.

Im Weinberg des Herrn – 500 Jahre Reformation (3)

fotokerze_cimg1380

Auch wir heute haben uns die Frage gestellt, wie wir mit Luthers Erkenntnissen umgehen: Sind wir in unserem Leben auch auf Leistungen und Leisten-Müssen fixiert? Denken wir manchmal auch, dass sich der Wert und der Sinn eines Lebens erst auf Grund der Leistungen entscheidet? Können wir glauben, dass wir schon längst gewollt und bejaht sind, mit Würde ausgestattet? Können wir aus diesem Wissen heraus das tun, was in der Welt (dem ‚Weinberg des Herrn‘), getan werden muss?

Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt. Einige Antworten können Sie hier in den nächsten Tagen lesen.

Im Weinberg des Herrn – 500 Jahre Reformation (2)

fotokerze_cimg1380

Der Bibeltext von den Arbeitern im Weinberg hat uns beim letzten Dominikuswochenende beschäftigt und war auch das Evangelium im Gottesdienst.

 

Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter anzuwerben für seinen Weinberg. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere auf dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere stehen und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand angeworben. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde angeworben waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du darum scheel, weil ich so gütig bin? So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.

Matthäus 20, 1-16 (Lutherbibel 2017)

Im Weinberg des Herrn – 500 Jahre Reformation (1)

fotokerze_cimg1380Am letzten Dominikuswochenende beschäftigen wir uns mit der Reformation Luthers vor 500 Jahren, dessen Jubiläum wir dieses Jahr feiern. Allein der Glaube, allein die Schrift, allein die Gnade, allein Christus, sind die Grundpfeiler reformatorischer Theologie.

Luther stellt fest, dass wir als Sünder vor Gott gerechtfertigt und angenommen sind – bedingungslos – und wir durch Werke unser Heil nicht befördern können. Die guten Werke sind vielmehr die Frucht des Glaubens und Luther stellt sich damit gegen den Ablasshandel und die Werkgerechtigkeit.

Sich angenommen zu wissen, mit allen Fehlern und mit allen Unzulänglichkeiten, ist eine Stärkung unseres (christlichen) Selbstbewusstseins.

In diesem Wissen können wir aufrecht durchs Leben gehen und unseren Nächsten frei gegenübertreten. Furchtlos, voller Tatendrang und voller Begeisterung dürfen wir Arbeiter in Gottes Weinberg sein. Wir sind Gottes Kinder – Geliebte Gottes, gewertschätzt und begnadet!

Wohl dem, der auf Gott vertraut, denn er wird das ewige Leben haben.

 

Brücken aus der Angst (12)

2016-12-bruecke

Ich habe für mich festgestellt, dass es so verschiedene Arten von Ängsten gibt und jeweils „dazugehörige“ Art und Weisen, wie ich diesen Ängsten begegne.

Bei Angst vor einem Ereignis, dass auf jeden Fall kommt und auf das ich mich so viel, wie ich kann, vorbereitet habe (z.B. einer Prüfung), hilft mir manchmal einfach Ablenkung, damit sich meine Angst nicht noch potenziert.

Bei Ängsten, die Beziehungen zu anderen Menschen betreffen, z.B., dass sie zerbrechen oder dass ich jemandem etwas Unangenehmes tue – bei diesen Ängsten hilft es mir darüber zu reden. Entweder direkt mit der betreffenden Person oder mit einer Unbeteiligten, dergegenüber ich meine Angst einfach in Worte fassen kann.

Viele Ängste werden für mich auch fassbarer, wenn ich so gut wie möglich ihre Realität anschaue, also z. B. die Liste des beängstigenden Arbeitsberges aufschreibe, der dann schon etwas bewältigbarer wirkt.

Angst ist nicht per se schlimm. Ich hab gemerkt, dass Angst auch ein wunderbares Warnsignal ist, dass es mir gut gehen lassen will.

Brücken aus der Angst (11)

2016-12-bruecke

Meine Ängste werden kleiner, wenn ich sie mit anderen teile. Ich möchte nicht, dass andere sie auch haben. Aber ich merke, dass sie, wenn ich darüber spreche, allein dadurch, dass ich sie formuliere, ihre große und undefinierbare Form verlieren und ich sie dadurch besser fassen und damit umgehen kann. Auch der Austausch selbst mit anderen Menschen bringt neue Gedanken und Umgehensweisen, die mir vorher vielleicht gar nicht bewusst waren und die mir helfen, sie zu verkleinern.

Angst minus Gemeinschaft minus Teilen ist gleich Enstehung von Zuversicht 🙂