Das hörende Herz (7)

Das hörende Herz im Umgang mit anderen Menschen:

Wahrnehmen, in Liebe, was der andere Mensch braucht und dann ihn nicht mit meinen eigenen Erfahrungen „ratschlagen“, sondern ihn in seinem Anderssein wahrnehmen und ihm aus dieser Wahrnehmung heraus helfen mit einer Weisheit, die mir nur Gott schenken kann.

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Das hörende Herz (6)

Ich höre zu wenig auf mich, habe ich in der Betrachtung von 1 Kön 3.5ff gedacht und auch ich hätte mir statt Weisheit – nichts anderes ist das „hörende Herz“ für mich – ein langes, erfülltes Leben von Gott gewünscht. „Wie peinlich!“, dachte ich mir, weil Gott genau diesen Wunsch nicht erfüllt hätte. Ich wäre in diesem Moment nicht in der Lage gewesen, mir Erkenntnisfähigkeit und Weisheit, eben ein „hörendes Herz“ zu wünschen. Denn höre ich auf mich, bleibe ich beim langen, erfüllten Leben. Das hat wohl den Grund darin, dass ich in meiner täglichen Arbeit Menschen getroffen habe, die am Ende ihres Lebens sagen konnte: „Ich bin so alt geworden, habe so viel gesehen, so viel erfahren – ich kann in Frieden gehen.“

Und das ist es, was ich auch einmal sagen wollen würde. Und das wiederum hat nach meinem Dafürhalten auch mit Weisheit und Dankbarkeit zu tun.

Das hörende Herz (4)

Ein hörendes Herz zu haben, bedeutet für mich, dass ich sehr genau hören, fühlen und sehen möchte, was die Menschen bewegt, mit denen ich tagtäglich umgehe. Es ist gut, sich auch in die Situation des anderen hineinzuversetzen, um die Welt auch aus der Perspektive des Gegenübers kennenzulernen. Schließlich kommt der Mut hinzu, sich zu entscheiden und neue Schritte zu setzen. Ein hörendes Herz ist der erste Schritt zur Weisheit. Weisheit ist nicht nur allein die Summe von Erfahrungen, sondern die Kunst, sein Herz immer mehr und sensibler in das Hören einzuüben. Dann kann ein Leben geteilt werden, das allen zuträglich, sinnenreich und sinnvoll ist.

Das hörende Herz (3)

Es fällt mir schwer, auf innere Impulse zu hören und sie vor allem umzusetzen (z. B. jemand Bestimmten anzurufen). Wenn es gelingt, kann ich Gott danken, dass er mich dazu inspiriert hat.

Noch wichtiger ist es mir, auf Menschen im Alltag zu hören. Was möchten sie mir sagen? Nehme ich alles zu persönlich? Geben sie „nur“ ihre Einstellung, ihre Erfahrung weiter, oder geben sie mir damit einen Handlungsbedarf?

Das hörende Herz (1)

In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll. Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir gleicht. Wenn du auf meinen Wegen gehst, meine Gesetze und Gebote befolgst wie dein Vater David, dann schenke ich dir ein langes Leben.
(1. Buch der Könige 3, 5-14)

Salomos Traum von seinem Gespräch mit Gott ist beeindruckend. Beim letzten Wochenende der Dominikusgruppe in Speyer hat uns diese Bibelstelle sehr beschäftigt und wir haben lange miteinander über Salomos Wunsch nach dem hörenden Herzen gesprochen.

Was bedeutet es für mich in meinem Leben, ein hörendes Herz zu haben?

Es gibt so viele verschiedene „Richtungen“, in die man hören kann: Auf Gottes Wort in seinen verschiedenen Formen hören; einem anderen Menschen wirklich hörend begegnen; den Dingen des Lebens Aufmerksamkeit entgegen bringen.

In den nächsten Wochen möchten wir mit Ihnen und Euch gerne ganz verschiedene Gedanken zum hörenden Herzen teilen.